Bruch von Schweigepflicht Grund für außerordentliche Kündigung

Eine Arzthelferin musste nach Weitergabe von Patientendaten mit einer außerordentlichen Kündigung rechnen. Die Arzthelferin fotografierte das Terminblatt eines Patienten ab und verschickte das Foto an ihre Tochter, welche das Bild in ihrer Schule zusätzlich ihren Klassenkameraden zeigte.
Nachdem der Arbeitgeber von der Weitergabe der Patientendaten erfahren hatte, sprach er der Arzthelferin eine außerordentliche Kündigung aus.

Das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg entschied, dass das Verhalten der Angestellten an sich Grund für eine außerordentliche Kündigung sei, da hierbei unbefugt Patientendaten einer Arztpraxis nach außen gegeben wurden.
Durch den Umstand, dass die Weitergabe durch eine medizinische Fachangestellte erfolgte, wurde das Vertrauensverhältnis der Praxis mit den Patienten gestört und die Betreiber dieser medizinischen Einrichtung hatten großes Interesse dieses wiederherzustellen.

Ein Bruch der Schweigepflicht und die Weitergabe von Patientendaten sind daher, laut LAG, ein Grund für eine außerordentliche Kündigung seitens des Arbeitgebers.
Neben arbeitsrechtlich zu erwartenden Folgen, machen sich Personen durch die Weitergabe von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen zudem strafbar.

Weitere Informationen