Hauswasseranschlusskosten durch GmbH unterliegen ermäßigtem Umsatzsteuersatz

Entgegen der Annahme des Finanzamtes, dass entstandene Kosten aufgrund eines Anschlusses von Gebäuden an das Trinkwassernetzwerk durch eine GmbH dem Regelsteuersatz unterliegen, hat der BFH mit seinem Urteil vom 7.2.2018 entschieden, dass dies nicht der Fall sei.

Im genannten Fall, hat der zuständige zuständige Wasser- und Abwasserzweckverband den Auftrag zum Anschluss der Grundstücke an das Trinkwassernetzwerk nicht selbst durchgeführt, sondern an eine GmbH vergeben. Diese hat die Kosten direkt den Bewohnern mit dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7 % in Rechnung gestellt.

Das Finanzamt war der Auffassung, dass der ermäßigte Umsatzsteuersatz nur dann anzuwenden sei, wenn der Hauswasseranschluss durch das Wasserversorgungsunternehmen selbst durchgeführt wird. Da die Arbeiten jedoch durch eine GmbH durchgeführt worden sind, sah das Finanzamt dies als eine Leistung eines Bauunternehmens an, wodurch die Leistungen dem Regelsteuersatz unterliegen würden. Diese Auffassung teilt der BFH nicht und erwähnt, dass auch nachfolgende Arbeiten und Erneuerungen des Trinkwasseranschlusses unter den ermäßigten Umsatzsteuersatz fallen, auch wenn diese wieder durch eine GmbH durchgeführt werden.
Damit der ermäßigte Umsatzsteuersatz wirkt, ist es also nicht zwingend notwendig, dass Anschlussarbeiten ans Trinkwassernetzwerk auch vom zuständigen Wasserverband durchgeführt werden.

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