Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen nicht sofort als Werbungskosten abziehbar

Wenn es sich bei Aufwendungen, die zur Erzielung von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung dienen, um Anschaffungs- oder Herstellungskosten handelt, sind diese nicht sofort als Werbungskosten abziehbar.

Zu den Herstellungskosten eines Gebäudes gehören auch Aufwendungen für „Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen“, wenn die Aufwendungen als sogenannte anschaffungsnahe Herstellungskosten zu qualifizieren sind (Aufwendungen, die die Anschaffungskosten des Gebäudes ohne Umsatzsteuer um 15 % übersteigen). Dies gilt für Aufwendungen, die innerhalb von 3 Jahren nach der Anschaffung des Gebäudes durchgeführt werden. Zu den Aufwendungen gehören jedoch nicht diejenigen, die üblicherweise jährlich für Erweiterungen sowie Erhaltungsarbeiten anfallen.

Für die Fälle, in denen neben sonstigen Sanierungsmaßnahmen reine „Schönheitsreparaturen“ in zeitlicher Nähe zur Anschaffung durchgeführt werden, hat der Bundesfinanzhof mit drei Urteilen den Begriff „Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen“ konkretisiert. So ist kein sofortiger Werbungskostenabzug möglich, weil in den Entscheidungen auch diese Aufwendungen in die anschaffungsnahen Herstellungskosten einbezogen werden.

Dabei gilt es zu beachten, dass sämtliche Kosten für bauliche Maßnahmen, die im Rahmen einer Sanierung bei der Anschaffung des Gebäudes anfallen, zusammengerechnet werden. Übersteigt die Gesamtsumme der Renovierungskosten, die innerhalb von 3 Jahren anfallen, die 15 % der Anschaffungskosten des Gebäudes, darf der Aufwand nicht sofort steuerlich angesetzt, sondern nur nach den Afa-Regelungen abgeschrieben werden.

Weitere Informationen finden Sie hier.