Werbungskosten bei ortsüblicher Miete geltend machen

Wird eine Wohnung an die eigenen Kinder, Eltern oder Bekannten vermietet, so geschieht dies häufig zu vergünstigten Mietpreisen. Obwohl der Mietvertrag in diesen Fällen zwischen Freunden oder Verwandten besteht, muss er trotzdem abgeschlossen und durchgeführt werden, wie es auch bei fremden Mietern und Vermietern der Fall wäre. Nur auf diesem Wege können die Mietverträge auch steuerlich berücksichtigt werden. Entsprechen die durch die Vermietung erzeugten Kosten dem Einkommenssteuergesetz, so können sie als Werbungskosten geltend gemacht werden.

Es ist jedoch nicht in jedem dieser Fälle möglich, entsprechende Kosten als Werbungskosten abzusetzen. Dies ist nur ausführbar, wenn das Entgelt der Miete mindestens 66% der ortsüblichen Miete beträgt. Dies bedeutet, dass die Wohnungsvermietung als entgeltlich gilt, weshalb Werbungskosten vollständig als Steuern abgesetzt werden können. Liegt das Entgelt der Miete jedoch unter 66% der ortsüblichen Miete, ist es nur teilweise möglich Werbungskosten steuerlich zu berücksichtigen. Dies hat zum Grund, dass die Nutzungsüberlassung in einem solchen Fall in einen entgeltlichen und unentgeltlichen Teil abzugrenzen ist.

Was unter ortsüblicher Miete zu verstehen ist, hat der BFH mit einem Urteil vom 10. Mai 2016 entschieden. So ist unter ortsüblicher Miete die Bruttomiete einer vergleichbaren Wohnung zu verstehen, die sowohl eine ähnliche Lage als auch Ausstattung vorweist. Die Bruttomiete ist die Kaltmiete zuzüglich der umlagefähigen Kosten.

Dieser Beitrag ist nach bestem Wissen geschrieben – eine persönliche Beratung kann er jedoch nicht ersetzen.

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